Abschlussveranstaltung am 5. Oktober 2017

Am 5. Oktober 2017 findet ab 18 Uhr die Abschlussveranstaltung zu unserem Projekt "Stark im Regen - Rietberger sorgen vor" statt. Wir starten mit einer kleinen Handwerkermesse auf der Sie sich über Schutzmaßnahmen gegen die Folgen von Starkregenereignissen informieren können. Um 19 Uhr folgt die Begrüßung durch Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder. Wir werden die ersten Projektergebnisse präsentieren und freuen uns ganz besonders auf unseren Gastredner, den bekannten Moderator und Meteorologen Sven Plöger.

Veranstaltungsort
Bibeldorf
Markgrafensaal
Jerusalemer Straße 2
33397 Rietberg

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht nötig.
Wir freuen uns darauf, Sie im Bibeldorf begrüßen zu dürfen.


Abendveranstaltung für betroffene Bürgerinnen und Bürger

Am 30. Mai hat sich die Lenkungsgruppe mit betroffenen Bürgerinnen und Bürger im Sonnenhaus des Klimaparks getroffen, um über Starkregenereignisse, dessen Folgen und potenziellen Maßnahmen zu diskutieren. Hubertus Schmidt von der Stadt Rietberg hat den Abend moderiert. Nach einer kurzen Einführung und einem Rückblick zum bisherigen Projektgeschehen durch Dr. Stephan Wilforth hat Dr. Ioannis Papadakis Ergebnisse der Modellberechnungen vorgestellt. Die Ergebnisse wurden über Kartenwerke dargestellt, die bei einem Starkregenereignis potenziell überschwemmte Flächen zeigten.

Um diese Ergebnisse aus der Modellberechnung zu verifizieren, wurden vom 30.11.2016 bis 09.01.2017 auf der Seite www.starkimregen.de/oeffentlichkeitsbeteiligung alle Rietbergerinnen und Rietberger dazu aufgerufen, ihre Betroffenheit über eine interaktive Karte zu melden. Die Ergebnisse aus dieser Öffentlichkeitsbeteiligung und zahlreichen Vorortgesprächen haben ergeben, dass Modellrechnung und Realität an den meisten Orten übereinstimmen. Einige Erfahrungen von Bürgerinnen und Bürger haben aber auch gezeigt, dass das Modell die Realität nicht immer vollständig abbilden kann. Neu errichtete Gebäude oder aufgeschüttete Gelände werden teilweise von dem Modell nicht berücksichtigt – so werden im Modell Flächen als trocken ausgewiesen, die aber bereits bei einem der vergangenen Starkregenereignisse überflutet waren. An dieser Stelle zeigt sich, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Lenkungsgruppe und Bürgerinnen und Bürger ist. Nur mit den Erfahrungen aus der Realität kann das Modell immer weiter verfeinert werden. So können dann möglichst viele Stellen identifiziert werden, die potenziell bei einem Starkregenereignis betroffen sein könnten.

Im Anschluss folgte die Diskussion darüber, wer welche Maßnahmen ergreifen kann, um sowohl das private, als auch das öffentliche Eigentum zu schützen. Hier müssen die Stadtverwaltung und die Bürgerinnen und Bürger reagieren. Ein Ausbau des Kanalsystems ist nicht das Allheilmittel beim Umgang mit Starkregenereignissen. Dieser ist an der einen oder anderen Stelle durchaus sinnvoll, aber auch private Vorsorgemaßnahmen können und müssen dazu beitragen, dass weniger Eigentum beschädigt wird. Alle betroffenen oder interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich weiterhin gerne an die Stadtverwaltung wenden. Bitte nutzen Sie dazu die Mailadresse oder das veröffentlichte Kontaktformular.

Entwicklungs- und Schutzmaßnahmen seitens der Stadt Rietberg werden im Rahmen der Aufstellung des Entwicklungs- und Schutzplanes (ESP) konkretisiert und im Anschluss umgesetzt. Verschiedene Möglichkeiten zum Schutz des privaten Eigentums werden im Rahmen einer Handwerkermesse am Tag der Abschlussveranstaltung am 5. Oktober 2017 im Bibeldorf präsentiert.

Teilnehmer Bürgerveranstaltung
© tetraeder.com gmbh
Teilnehmer Bürgerveranstaltung
© Stadt Rietberg

Stakeholderveranstaltung 9. Februar 2017

Zum 9. Februar 2017 hat die Lenkungsgruppe zur Stakeholderveranstaltung eingeladen. Ziel dieser Veranstaltung war es, Multiplikatioren für das Projekt "Stark im Regen - Rietberger sorgen vor!" zu gewinnen. Vorab möchten wir uns ganz herzlich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bedanken, die dazu beigetragen haben, dass viele Maßnahmen und Ideen gesammelt und zahlreiche Akteure identifiziert wurden.

Zunächst hat Matthias Setter (Stadt Rietberg) in das Projekt eingeführt. Dr. Stephan Wilforth (tetraeder.com gmbh) hat anschließend durch den Abend geführt. Nach einer kurzen Präsentation des aktuellen Projektstandes hat er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine Zunkunftsreise mitgenommen:

"Stellen Sie sich vor es ist das Jahr 2030. Nach einem sonnigen Vormittag verändert sich die Wetterlage schlagartig. Der Deutsche Wetterdienst gibt eine Unwetterwarnung für Rietberg und Umgebung heraus. Es muss mit extremen Starkregen zwischen 16 und 19 Uhr gerechnet werden. Sowohl die Stadtverwaltung, als auch die örtliche Feuerwehr und auch die Bürgerinnen und Bürger verhalten sich äußerst entspannt. Sie wissen was zu tun ist – Rietberg ist stark im Regen. Die entspannte Lage beruht auf den vielen Projekten, die seit 2017 umgesetzt wurden."

Teilnehmer Stakeholderveranstaltung
© tetraeder.com gmbh
Teilnehmer Stakeholderveranstaltung
© tetraeder.com gmbh
Teilnehmer Stakeholderveranstaltung
© Stadt Rietberg
Ergebnisse Zukunftsreise
© tetraeder.com gmbh

Die Zukunftsreise fand in drei Etappen unter den folgenden Fragestellungen statt.

  1. Welche Projekte und Maßnahmen wurden seit 2017 umgesetzt?
  2. Wer hat was gemacht?
  3. Was habe ich dazu beigetragen?

Im Rahmen der Zukunftsreise sind viele mögliche Maßnahmen und Projekte sowie die dazugehörigen Akteure zusammengetragen worden. Die Ergebnis-Wand finden Sie am Ende des Textes auch noch einmal als hochaufgelöstes Bild zum Download. Hier haben wir einige Ideen zusammengefasst.

Ergebenisse aus der Zukunftsreise

Bauliche Maßnahmen:

  • Entsiegelung in der Fläche
  • Dachbegründung zur Schaffung von Retentionsflächen und Verzögerung des Abschlusses
  • Nutzung der Straßenräume zur Wasserableitung
  • Wasserrückhaltung (Regenrückhaltebecken, Zisternen)
Gewässer:
  • Gewässerpflege
  • Renaturierung
Information und Aktivierung:
  • Nutzung von Gefahren-Apps und Einrichtung einer Informationskette
  • Information der Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen
  • Präsentation von Handlungsoptionen
  • Hochwasserpass für Gebäude
Stadtentwicklung:
  • Keine Ausweisung von Bauland in Überschwemmungsgefährdeten Gebieten
  • Reduzierung der Grundflächenzahl
Steuern / Versicherungen:
  • Steuerliche Vorteile / Reduzierung von Gebühren für Vorsorgende
  • Förderungen
  • Berücksichtigung von Vorsorge bei den Versicherungsprämien

Identifizierte Akteure für die mögliche Umsetzung der Maßnahmen und Projekte:

Stadt Rietberg (Tiefbauamt, Abwasserbetrieb, Planung, Bürgermeister, Klimaschutzmanagerin), Bürgerinnen und Bürger, Eigentümerinnen und Eigentümer, Bauherrinnen und Bauherren, Gebäudemanagement, Architekten, Banken und Sparkassen, Versicherungswirtschaft, Landwirtschaft, Untere- und obere Wasserbehörde, Naturschutzverbände, Wasserverbände, Feuerwehr, THW, Bauhof, Deutscher Wetterdienst, Universitäten, Verbraucherzentrale, Heimatverein

Weiteres Vorgehen

Die Liste der Maßnahmen und Projekte sowie der Akteure ist natürlich nicht abschließend. Wenn Sie Ideen haben, die dazu beitragen können, dass wir beim nächsten Starkregenereignis gut geschützt sind, dann melden Sie sich gerne bei uns und werden Partner im Projekt "Stark im Regen - Rietberger sorgen vor!"

Die Lenkungsgruppe wird sich nun mit der Auswertung der vorgeschlagenen Maßnahmen und Projekte beschäftigen. Die identifizierten Akteure sollen zusammengebracht werden, um die Projekte gemeinsam umzusetzen.

Präsentation Dr. Stephan Wilforth, tetraeder.com gmbh
Bild mit Ergebnissen der Zukunftsreise


Auftaktveranstaltung 30. November 2016

Am 30.11.2016 begrüßte Bürgermeister Andreas Sunder die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Auftaktveranstaltung zum Projekt „Stark im Regen – Rietberger sorgen vor!“. Mit den Worten „Wir können das Wetter nicht ändern, wir müssen uns an das Wetter anpassen“ wies er auf die Problematik der immer wiederkehrenden Extremwetterereignisse hin. Im Rahmen des Projektes wird ein Entwicklungs- und Schutzplan (ESP) für die Stadt Rietberg entwickelt. Die Entwicklung dieses ESP ist in drei Phasen gegliedert:

  • Gefahren – und Risikoanalyse
  • Konzeptions- und Planerstellungsphase
  • Umsetzungsphase

Derzeit befindet sich das Projekt in der Gefahren- und Risikoanalyse. Frau Elke Freistühler und Herr Dr.-Ing. Ioannis Papadakis vom Büro dr. papdakis GmbH werten derzeit unter anderem Daten von umliegenden Wetterstationen aus und entwickeln mit verschiedenen Modellen unterschiedliche Szenarien. Vor der Entwicklung des ESP soll damit analysiert werden, wie sich das Klima entwickelt hat und voraussichtlich entwickeln wird.

Publikum Auftaktveranstaltung
© Stadt Rietberg
Referenten Auftaktveranstaltung
© Stadt Rietberg

Erste Ergebnisse wurden auf der Auftaktveranstaltung präsentiert. Zusammenfassend zeigen die unterschiedlichen Szenarien alle einen aufsteigenden Trend – die Rietbergerinnen und Rietberger müssen sich in Zukunft auf mehr heiße Tage, höhere Maximaltemperaturen und mehr Starkregenereignisse einstellen. Die Unsicherheiten, wann wir mit den Veränderungen rechnen müssen, nehmen allerdings immer mehr zu.

Es ist daher sehr wichtig, dass ein Übergang vom Sicherheits- zum Risikodenken stattfindet. „Gewitter und auch Starkregenereignisse können nicht genau bestimmt werden – wir wissen daher nicht, wann und wo das Ereignis auftritt. Wir müssen also mit einem Risiko leben. Und uns darauf vorbereiten.“, so Dr.-Ing. Ioannis Papdakis.

Das ein erster Schritt zum Schutz des Eigentums eine Elementarschadenversicherung sein kann, zeigte Herr Dr. Tim Peters von der Westfälische Provinzialversicherung AG auf: „Das Naturgefahrenrisiko von vielen Hausbesitzern wird unterschätzt. Gerade einmal 20% der Rietberger sind gegen Elementarschäden versichert.“ Häufig seien die Unwissenheit darüber, gegen welche Schäden das Eigentum mit der eigene Gebäudeversicherung versichert ist und die Fehleinschätzung der eigenen Gefährdungslage Auslöser, weshalb Elementarschadensversicherung nicht abgeschlossen werden.

Die Elementarschadenversicherung stellt einen zusätzlichen Versicherungsbaustein dar. Dieser wird in der Regel zur Gebäudeversicherung, die gegen Sturm/Hagel, Leitungswasser und Feuer schützt, hinzugebucht. Mit einer Elementarschadenversicherung sind Eigentümer unter anderem auch gegen Starkregenereignisse abgesichert. Und dass Starkregenereignisse nahezu jedes Gebäude treffen können, haben die Extremwettereignisse in den vergangenen Jahren sowohl in Rietberg als auch in anderen Regionen Deutschlands gezeigt.

Aber nicht nur die Eigentümer von Gebäuden müssen sich gegen Starkregenereignisse wappnen. Auch die Stadtverwaltung selber muss prüfen, ob Maßnahmen ergriffen werden müssen, um das städtische Eigentum, aber auch die Allgemeinheit zu schützen. Rüdiger Ropinksi, Abteilungsleiter der Räumlichen Planung der Stadt Rietberg erläutert, dass mit Hilfe der Modellrechnungen z. B. das Kanalsystem überprüft werden kann, um Überschwemmungen zu vermeiden. Wichtig im Rahmen des Projektes „Stark im Regen – Rietberger sorgen vor!“ ist es, dass alle Akteure gemeinsam agieren, um die Stadt Rietberg und alle dort lebenden Menschen vor den Folgen von Starkregenereignissen zu schützen.

Die tetraeder.com gmbh wird die Öffentlichkeitsbeteiligung rund um das Projekt „Stark im Regen – Rietberger sorgen vor!“ begleiten. Dr.-Ing. Stephan Wilforth, Geschäftsführender Gesellschafter der tetraeder.com gmbh, stellte hierfür das Kommunikationskonzept vor. Über die Homepage und die örtlichen Medien wird laufend über das Projekt berichtet, um möglichst viele Rietbergerinnen und Rietberger zu erreichen. Neben der Information setzt die Lenkungsgruppe rund um Papdakis, Ropinski und Wilforth auf die aktive Einbindung der Öffentlichkeit – in persönlichen Gesprächen, Online-Beteiligungen und Workshops sollen die Erfahrungen und Ideen aller Rietberginnen und Rietberger gesammelt werden und in den ESP einfließen.

Mit der Auftaktveranstaltung startet parallel auch die erste Öffentlichkeitsbeteiligung: Unter dem Titel „Wo war Wasser?“ sollen die Bürgerinnen und Bürger Orte auf einer Karte markieren, an denen sie bereits Überschwemmungen in Rietberg beobachtet haben. So können die Modellrechnungen der dr. papadakis GmbH mit realen Daten verifiziert werden.

Präsentation Elke Freistühler und Dr.-Ing. Ioannis Papadakis, dr. papadakis GmbH
Präsentation Dr. Tim Peters, Westfälische Provinzialversicherung AG
Präsentation Rüdiger Ropinski, Stadt Rietberg
Präsentation Dr.-Ing. Stephan Wilforth, tetraeder.com gmbh




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