Blick auf die Ems Hochwasser im Jahre 2007: Gartenschaupark Hochwasser im Jahre 2007: Gartenschaupark

Was ist Starkregen?

Zu einem Starkregen kommt es durch außergewöhnlich große Niederschlagsmengen in kurzer Zeit. Meteorologisch definiert müssen dazu 5 mm innerhalb von 5 Minuten bzw. mehr als 20 mm innerhalb von einer Stunde pro Quadratmeter niederschlagen (das sind ca. 2 Wassereimer pro Quadratmeter). Somit fällt beim Starkregen innerhalb von wenigen Stunden oder Minuten die Niederschlagsmenge eines ganzen Monats.

Vor Starkregen warnt der Wetterdienst in zwei Stufen:

  • Regenmengen >= 10 mm / 1 Std. oder >= 20 mm / 6 Std. (Markante Wetterwarnung)
  • Regenmengen >= 25 mm / 1 Std. oder >= 35 mm / 6 Std. (Unwetterwarnung)
Der Regen wird in „mm“ oder „Liter pro Quadratmeter“ gemessen. Beide Einheiten sind identisch. Regenmengen von 10 mm entsprechen einem Eimer mit 10 Litern Wasser, den man auf eine Fläche von einem Quadratmeter leert. Auf dieser Fläche steht das Wasser dann exakt 10 mm hoch. Der Klimawandel sorgt für häufigere sowie heftiger auftretende Starkregen, die entsprechend mehr Orte treffen. Aktuelle Prognosen gehen von bis zu 6 Starkregenereignissen aus.

Wie kommt es zu Starkregen?

Wenn die Lufttemperatur an heißen Tagen steigt, wird mehr Wasserdampf in die Atmosphäre aufgenommen. Durch die Temperaturdifferenz entstehen starke, vertikale Winde, die die Luft in höhere und kühlere Zonen bringt. An kleinen Staubpartikeln oder anderen Teilchen kondensiert der Wasserdampf und die Tropfen nehmen durch die Kollision mit anderen Tropfen solange an Masse zu, bis ihr Gewicht die Kraft der Aufwinde übersteigt. Da die vertikalen Windströmungen stärker als normalerweise sind, bilden sich größere Tropfen als gewöhnlich und ergießen sich kaum berechenbar über relativ kleine Gebiete.

Entscheidende Einflussfaktoren für Starkregen sind die Lufttemperatur, die Windströmungen und die Windstärke. Wenn an heißen Tagen die Temperatur der Luft ansteigt, wird mehr Wasserdampf in die Atmosphäre aufgenommen und durch Temperaturdifferenzen entstehen starke, vertikale Winde. Diese bringen die feuchte Luft in höhere, kühle Zonen. Dort kondensiert der Wasserdampf an kleinen Staubpartikeln oder anderen Teilchen. Die Tropfen nehmen, oft durch Kollision mit anderen Tropfen, solange an Masse zu, bis ihr Gewicht die Kraft der Aufwinde übersteigen. Durch die starken vertikalen Windströmungen bilden sich größere Tropfen als normalerweise. Diese ergießen sich plötzlich und kaum berechenbar über relativ kleinen Gebieten

Kanalisationen können die Wassermengen nicht aufnehmen

Da die öffentlichen Kanalisationen nur auf Normalregenereignisse ausgelegt sind, können sie die erheblichen Wassermengen während eines Starkregens nicht aufnehmen. Die Auslegung der Kanalisation erfolgt nach einer Berechnung der Dimensionierung eines Regenereignisses, mit einer in den Regelwerken definierten Intensität, welches statistisch in bestimmten Zeitabständen wiederkehrt. Aufgrund des selten auftretenden Starkregens, ist ein Ausbau der Kanalisation, die auf einen Starkregen ausgelegt ist, undenkbar.

Unterscheidung Hochwasser und Überflutung

Hochwasser und Überflutung beschreiben nicht dasselbe Ereignis. Überflutung kann als Folge von Hochwasser eintreten. Hochwasser entsteht durch das Ausufern von Gewässern und tritt in (überbauten) Gewässerauen auf. Das heißt, dass der Wasserstand für mehrere Tage deutlich über den Pegelstand des Mittelwassers steigt. Hochwasser tritt üblicherweise bei der Schneeschmelze oder nach sommerlichen Starkregen auf. Als Folge des Hochwassers muss die Schifffahrt eingestellt werden, um mögliche Überschwemmungen zu vermeiden. Überschwemmung ist ein Zustand, bei dem normalerweise nicht mit Wasser bedeckte Flächen und Böden mit Wasser überdeckt werden. Überschwemmung entstehen durch das Übertreten von Gewässern (Hochwasser), als Folge von Starkregen durch zu langsam abfließendes Wasser, in seltenen Fällen durch Wasserrohrbrüche, aber auch durch den Bruch von Dämmen und Talsperren.

Wieso vorsorgen?

Starkregen ist kaum konkret vorherzusagen. Innerhalb eines kurzen Zeitraums schlägt eine große Wassermenge nieder. Betroffen sind dabei meist Gebiete von wenigen Quadratkilometern. Allerdings kommt es gerade an diesen Stellen oft zu hohen Schäden. Die Grundstücksentwässerung durch Dachrinnen und Fallrohre, die Kanalisation und der Boden können die großen Wassermengen nicht aufnehmen. Dadurch entstehen Rückstaus in der Kanalisation.

Versiegelte Böden, durch welche das Wasser nicht versickern kann, und lange Trockenzeiten lassen tiefer gelegene Bereiche und Täler, Hänge und Senken überfluten. Kleinere Gewässer schwellen stark an und ufern aus. An Engstellen wie Brücken, Durchlässen und Verrohrungen kann es zu Rückstau von Gerinne und Bachläufen kommen. Das von den Hängen fließende Wasser verschärft die Situation. Oberflächlich abfließendes Wasser dringt in Gebäude ein. Die Überflutung ganzer Siedlungsgebiete und die entstehenden Sturzfluten, die Material mitreißen, führen zu großen Schäden an privaten und öffentlichen Gebäuden und der städtischen Infrastruktur. Durch Überflutungen von Industrie und Gewerbe treten wassergefährdende Stoffe aus und der Betrieb von Kläranlagen kann beeinträchtigt werden. Bei Starkregen kann es ebenfalls zu Hagelschäden führen. Bei langanhaltendem Starkregen kann es auch zu Bodenerosionen und Hangrutschen bzw. -abgängen kommen.



Weiterführende Informationen

Link zum PDF Rückstauhandbuch der Fa. Aqua-Bautechnik GmbH Rückstauhandbuch der Fa. Aqua-Bautechnik GmbH
Im Rückstauhandbuch der Fa. Aqua-Bautechnik GmbH erfahren Sie, ob ihr Haus gefährdet ist, warum Rückstau ein Zustand ist, der grundsätzlich in allen Kanälen vorkommen kann und wie Sie sich gegen Rückstau schützen können.

Link zur externen Seite des LANUV mit dem PDF Klimawandel und Klimafolgen in NRW Publikation "Klimawandel und Klimafolgen in NRW - Ergebnisse aus dem Monitoringprogrammen 2016"
Klimawandel bringt NRW mehr Hitze und Starkregen, Blühphasen heimischer Pflanzen verschieben sich, Gewässer- und Bodentemperaturen steigen und besonders in den nordrhein-westfälischen Städten und Ballungsräumen steigt im Sommer die Hitzebelastung für die Bevölkerung. In der Publikation „Klimawandel und Klimafolgen in NRW - Ergebnisse aus dem Monitoringprogrammen 2016" wurden wichtige Erkenntnisse des LANUV, dem Klimaatlas NRW und dem Klimafolgenmonitoring NRW aufbereitet und zusammengefasst.

Link zur externen Seite des Deutschen Wetterdienstes mit dem PDF Nationalen Klimareport 2016 Nationaler Klimareport 2016
Klima – Gestern, heute und auch in Zukunft - der Deutsche Wetterdienst hat mit dem Nationalen Klimareport eine Zusammenstellung der wichtigsten Informationen über das Klima von gestern, heute und morgen in Deutschland erarbeitet. Er bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über das Thema "Klimawandel".

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Die Hochwasserschutzfiebel, welche vom BMU herausgegeben wird, gibt Hinweise und Arbeitsanleitungen zur Vorsorge gegen Hochwasserereignisse. Sie richtet sich insbesondere an Eigenheimbesitzer. Es wird aber auch ausdrücklich darauf hingewiese, dass die Hinweise und Arbeitsanleitungen in den öffentlichen und gewerblichen Bereich übertragen werden können.

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Die Sonderveröffentlichtung "Anpassung an den Klimawandel in Stadt und Region" des BBSR fasst 23 kommunale Beispiele und 31 praktisch anwendbare Werkzeuge zusammen, die vor allem an Planerinnen und Planern in Kommunen und Regionen gerichtet sind.

Link zur externen Seite des BBSR mit dem PDF Anpassung an den Klimawandel in Stadt und Region Naturgefahrenreport 2015
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. hat eine Dokumentation zur Bilanz zu Schäden aus dem Versicherungswesen, mit einem Schwerpunkt zu den besonderen Problemen, die Starkregen mit sich bringt, zusammengestellt.




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